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Sedlacik für dezentrale Asylbewerber-Unterkünfte OSTTHÜRINGER Zeitung vom 18. Juni 2002 | ||||
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Gera (OTZ/F.K.). Die PDS-Landtagsabgeordnete und Hohenleubener Bürgermeisterin Heidrun Sedlacik will sich für dezentrale Asylbewerber-Unterkünfte im Landkreis Greiz stark machen und dem Landratsamt Greiz ein bis zwei Wohnungen für Asylbewerber in Hohenleuben zur Verfügung stellen. Eine dezentrale Unterbringung trage zur besseren Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern bei, sagte sie gestern während eines Besuches der Vizechefin der PDS, Petra Pau. Petra Pau, Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Innenausschusses des Bundestages, hatte gestern die Asylunterkunft in Greiz besucht, um sich ein Bild über die Verhältnisse von Asylbewerbern in Thüringen zu machen. Ein Besuch des Asylheimes in Markersdorf, um das die Bundestagsabgeordnete das Landratsamt Greiz gebeten hatte, wurde ihr mit Hinweis auf den politischen Charakter des Besuches und wegen sicherheitsrelevanter Dinge verwehrt. Für Frau Pau steht indes nach dem Besuch der Greizer Asylunterkunft sowie weiterer Unterkünfte in Thüringen fest, dass hier auf Verwaltungsebene gegen die Asylbewerber gearbeitet werde. Als Beispiele nannte sie, dass Eltern keine freie Entscheidungsgewalt hätten, welche Schulart ihr Kind besuchen könne, die umstrittene Ausgabe von Gutscheinen an die Asylbewerber für den Erwerb von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs und die Residenzpflicht, bei der es sich gerade im Falle Markersdorf um einen absurden Zustand handle. Die AG Asyl, PDS und die Anlaufstelle für Betroffene von rechtsextremen und rassistischen Angriffen und Diskriminierungen wollen mit weiteren Protestaktionen erreichen, dass die Aufenhaltsgenehmigung für Markersdorfer Asylbewerber auf die kreisfreie Stadt Gera ausgedehnt wird.
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19.6.2002
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