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PDS will auf große Fahrt - Zur Not mit rotem Gummiboot dpa, 11. Juli 2002 | ||||
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Von Julia Steudel Berlin (dpa) - Als böses Omen wollte die PDS den Schaden nicht verstehen. Das Unwetter über Berlin hatte ihre MS socialist außer Gefecht gesetzt. So fiel die Jungfernfahrt des Schiffes auf der Spree, mit der die PDS ihre Erstwählerkampagne starten wollte, am Donnerstag buchstäblich ins Wasser. Die Taufe wollten sich die jungen PDS-Kandidaten aber nicht verhageln lassen und so wurde der Kahn - wenn auch nicht aus eigener Kraft - zur Anlegestelle geschleppt und die Kampagne dort gefeiert. Das Motto: Das Leben ist Deine Party. In der Hauptstadt hatten die Sozialisten bei der Abgeordnetenhauswahl im vorigen Herbst schon allen Grund zum Jubeln. Von allen Parteien erreichten sie mit 33 Prozent den höchsten Anteil an Erstwählerstimmen. Nun setzt die Partei mit den meisten Mitgliedern im Rentenalter darauf, bei der Bundestagswahl im September wieder ein gutes Ergebnis zu bekommen. Bei der letzten Landtagswahl - in Sachsen-Anhalt - kam sie immerhin auf 18 Prozent Stimmen der Erstwähler. PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch peilt im Osten einen Anteil von 25 Prozent der Stimmen der unter 30-Jährigen bei der Bundestagswahl an. Im Westen sollen es möglichst 5 Prozent werden - mehr als doppelt so viel, wie die PDS nach den jüngsten Umfragen (rund zwei Prozent) insgesamt in den alten Ländern erreichen kann. Gesamtdeutsch liegt sie zwischen fünf und sechs Prozent. Der wahrhaftige Motor für die Erstwählerkampagne wird jetzt erst mal repariert. Am 16. Juli soll der Sturmschaden behoben und die MS socialist wieder startklar sein. Drei Wochen schippert sie dann von Königstein in der Sächsischen Schweiz bis Rathenow in Mecklenburg- Vorpommern. Mit an Bord ist die PDS-Bundestagsabgeordnete Angela Marquardt. Sie war 26 Jahre alt, als sie 1998 in den Bundestag einzog. Seit zehn Jahren schon ist sie in der PDS. Elf Häfen sollen angesteuert werden und dann vor allem Erstwähler
auf das Schiff gelockt werden, um über die Ziele der PDS zu
informieren. Auch wenn die Generalprobe nicht ganz so lief wie
geplant, die PDS setzt auf große Fahrt. Und wenn alle Stricke reißen,
hat sie noch ein rotes Gummiboot. Dann muss die PDS allerdings
kräftig paddeln. Eine Party feiern in diesem Fall sicher ihre
politischen Gegner.
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11.7.2002
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