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Döbeln. Diese Begrüßung ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Haben Sie nun endlich einen Tisch?, fragt Redakteur Karl-Heinz Sommer die PDS-Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch und Petra Pau beim DAZ-Redaktionsbesuch der beiden einzig im Bundestag verbliebenen Sozialistinnen. Den von der Döbelner Allgemeinen Zeitung eilig angebotenen Konferenztisch aber schlagen die beiden aus. Zu groß, den dürfen wir bestimmt nicht aufstellen, lacht Petra Pau.
Die beiden sind zweifellos die Exoten im Bundestag. Angesichts derer ein unwürdiger Streit ausgebrochen ist, was das Duo nun ist: zwei direkt gewählte Einzelabgeordnete (mit dann jeweiligem Rederecht) oder eine Gruppe (mit zwar nur einfachem Rederecht aber dafür mehr parlamentarischen Befugnissen). Wir werden uns durchsetzen, weiß Gesine Lötzsch, denn sogar Leute, die niemals PDS wählen würden, erklären sich angesichts des Theaters mit uns solidarisch.
Die repräsentativen Aufgaben des Duos sind nun ungleich höher. Umso beachtlicher ist es, dass Pau und Lötzsch gleich wenige Wochen nach der Bundestagswahl in die Hochwasserregion fuhren und sich im Landkreis Döbeln nach dem Stand der Dinge erkundigten. Lötzsch: Ich kenne Heiko Hilker sehr gut, er hat mich gebeten, mal in der Region vorbeizuschauen. Neben Besuchen bei der DWVG, bei Volkmar Krawczyk in Westewitz und im Frauenzentrum Regenbogen stand schließlich auch ein Redaktionsgespräch mit der DAZ auf dem Plan. Wobei sich die Bundestagsabgeordneten auch für die gemeinsame Spendenaktion von DAZ, Diakonie Döbeln und Kreissparkasse Döbeln interessierten. Denn vereinzelt gab es in der letzten Zeit Hinweise, dass die ausgezahlten Spenden von der 80-prozentigen Förderung abgerechnet werden sollen. Das kann nicht im Sinne der Spender sein, erklärte DAZ-Redaktionsleiter Hagen Kunze. Denn dann hätten die vielen, die uns Geld überwiesen haben, das auch gleich selbst dem Freistaat Sachsen geben können. Gesine Lötzsch versprach, dem Thema nachzugehen - auch wenn die Möglichkeiten parlamentarischer Anfragen von PDS-Abgeordneten inzwischen deutlich geringer geworden sind.
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