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Erste Erklärung zum Hartz-Papier gegenüber der Presse
Petra Pau, Berlin, den 16. August 2002
Siehe auch:
Neue Arbeitsplätze statt Druck auf Arbeitslose
Argument des Tages vom 16. August 2002
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I. |
Ich beginne positiv: Mit der Hartz-Kommission ist das größte Problem der Bundesrepublik, die Massenarbeitslosigkeit, in die Mitte der Politik gerückt - endlich.
Die PDS wird jeden Vorschlag einzeln prüfen. Das betrifft auch unsere Arbeits-, Sozial- und Wirtschafts-Minister in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Nicht, weil wir die durchsichtige SPD-Inszenierung gut finden, sondern weil es um viel zu viele Betroffene geht.
Dieser Prüfung will ich nicht vorgreifen. Aber ich will nur ein Beispiel nennen. Die Hartz-Kommission empfiehlt, wesentliche Punkte aus dem Solidarpakt II auf 2003 vorzuziehen. Das ist seit Monaten O-Ton PDS. Wir werden also dazu nicht Nein sagen, nur weil es jetzt von der SPD kommt.
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II. |
Zur sachlichen Einordnung: Das Gros der Hartz-Vorschläge befasst sich mit dem kleinsten Zipfel des Problems - nämlich mit der Vermittlung von Arbeitslosen. Zwei Berliner Zahlen: Ende Juli gab es 290.000 Arbeitslose und rund 8.200 offene Stellen. D. h. 97 Prozent des eigentlichen Problems sind kein Vermittlungs-Problem.
Das gilt für Berlin, das gilt für die neuen Bundesländer, das gilt in anderer Wichtung auch generell. Deshalb: Die Hartz-Kommission greift zu kurz. Das liegt weniger an Hartz, das liegt mehr an der SPD.
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III. |
Definitiv: Das Hartz-Paket ist kein Gesamt-Kunstwerk. Dieses Selbstlob des Kanzlers ohrfeigt seinen Grips. Und es beleidigt die Betroffenen.
Die PDS wird keinen Vorschlag mittragen, der das Problem der Arbeitslosigkeit bei den Arbeitslosen ablädt. Kurzum: Alle Vorschläge, die auf Selbst-Ausbeutung oder Selbst-Verleugnung hinauslaufen, finden auch weiterhin unseren Widerstand.
Das gilt auch für das Stich-Wort Ich-AG. Wir wollen Wir-AGs. Zum Beispiel Stadteil- und Produktivgenossenschaften, wie sie im Berliner Koalitionsvertrag angelegt sind.
Der Unterschied lässt sich vielleicht so beschreiben. Die Ich-AG läuft auf Dienst-Mädchen hinaus, die sich ungeschützt verkaufen.
Die Wir-AG orientiert sich am Gemeinwohl, wird sozial gesichert und solide entlohnt.
Beide Modelle greifen dasselbe Problem auf, zum Teil mit ähnlichen Mitteln, aber die Wir-AG ist die bessere Lösungen.
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